Die Region Moesano

Misox

Misox

Das Misox ist eine wichtige Verbindungsachse zwischen Nord und Süd und der Name ist auf den Fluss Moesa zurückzuführen, der auf dem San Bernardino Pass, auf 2065 m, entspringt und in der Nähe der Gemeinde Arbedo-Castione, nach Überwindem eines Gefälles von 1800 Meter, in den Fluss Ticino einfliesst. Das Moesano erstreckt sich vom tiefsten Punkt in San Vittore mit 260 m.ü.M bis zum höchsten Punkt, dem Pizzo Tambo von 3270 m.ü.M. 

Das Klima des Tales ist mild. Der Wind bläst nicht zu häufig, um die Touristen zu stören aber genügend um das schlechte Wetter und Nebel fernzuhalten. Diese Nordströmungen garantieren eine  überdurchschnittliche Insolation. In den Niederungen gibt es im Winter sporadisch und nicht relevante Schneefälle und dank der milden Temperaturen bleibt der Schnee nicht liegen. In den höher gelegenen Gebieten am Alpenkamm entlang hingegen kann es ausgiebige Schneefälle geben.  

Das obere Misoxgebiet ist landschaftlich von seiner Gletschervergangenheit geprägt. Auf dem Pass stösst man auf den See Moesola, der zwischen sanften Hügeln eingebettet liegt und von unzähligen kleinen Seen und Senken umgeben ist; die Laghit d’Ardei.

Während der Wintersaison ist es möglich verschiedene Aktivitäten auf dem Schnee und in der Natur auszuüben. In San Bernardino finden wir abwechslungsreiche und sonnige Pisten, mit einem Angebot für verschiedene Anforderungen, vom Könner bis hin zum Anfänger. Mannigfaltige Langlaufloipen führen über 2 km durch bezaubernde Wälder und eine atemberaubende Natur. Wer nicht Skifahren oder Langlaufen möchte, kann sich bei einer einfachen Winterwanderung in der schönen Natur entspannen, eine Exkursion mit Schneeschuhen machen oder sich beim Eislaufen vergnügen. Wer einen Moment Entspannung nach einem Tag auf den Skiern wünscht, findet dies im Hallenbad Albarella in San Bernardino.

In der Sommersaison wird die Natur zur zentralen Gestalterin im Misox: tatsächlich sind in dieser Jahreszeit die Möglichkeiten, die Freizeit naturnah und aktiv zu verbringen, nahezu unbegrenzt. dazu gehören einfache Spaziergänge oder Wanderungen, Vita-Parcours, didaktischer Weg (kulturhistorisch) in San Bernardino, Fischen und Schwimmen. Im Abenteuerpark von San Bernardino, auf dem Paintball-Feld, beim Hydrospeed und  im Kayak in den Flüssen der Region können alle, die ein Abenteuer suchen, befriedigt werden.

Historisches Misox

Der San Bernardino Pass (zuvor “Mons Avium” oder Vogelberg genannt) wurde schon im Endneolithikum der Kupferzeit als Passübergang bereist. In jener Epoche und vornehmlich in der nachfolgenden Bronzezeit waren das Misox- und Calancatal längst bevölkert. Beweis dafür liefern alte Siedlungsstätten und prähistorische Funde, die bei Roveredo, Mesocco und Castaneda gemacht wurden. Ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. setzte dann eine immer dichter werdende Besiedelung der beiden Täler ein. Es entstanden bedeutende Siedlungsplätze bei Roveredo, Castaneda, Cama und Mesocco. Das Volk der Region Moesano gehörte in der Eisenzeit zum Stamm der Leponti. Dem Römischen Reich wurde die Region Moesano erst im Zuge der Eroberung des Alpenraums im letzten Jahrzehnt v. Chr.angeschlossen. Die Ausdehnung des römischen Einflussgebietes betraf auch den San Bernardino. Dessen Bedeutung nahm allerdings erst in der späten Antike mit Beginn des 4. Jahrhunderts n. Chr. zu, als im Herzen der Alpen Vorposten zur Verteidigung der römischen Siedlungszentren vor dem Einfall der Alemannen erforderlich waren. Genau aus diesem Grund wurde  in Mesocco ein Abwehrwall erbaut. Zu jener Zeit am stärksten frequentiert war die Region Moesano um Roveredo, Cama, Mesocco und Santa Maria in Calanca.

Mit dem allmählichen Niedergang des Römischen Reiches fiel das Misox später in die Hände der Franken. Erbe dieses Kapitels der Landesgeschichte ist die Hundertschaft (lat. Centena), ein bis Anfang des neunzehnten Jahrhunderts bestehender Ausschuss rechtserfahrener Männer als höchste Einrichtung der Rechtsprechung und lokalen Verwaltung. Etwa Mitte des 10. Jahrhunderts (um 950) ging das Misox in den Herrschaftsbereich der Grafen von Bregenz über. Im zwölften Jahrhundert fiel die Mesolcina durch Erbschaft an die Grafen von Sax (ursprünglich de Sacco). Diese herrschten bis zum Jahr 1481 über das Tal, als der Sohn des Grafen Heinrich von Sax, Johann Peter von Sax, tief verschuldet die gesamten Herrschafsrechte im Misox und Calancatal an den Mailänder Condottiere Gian Giacomo Trivulzio veräusserte, der im Anschluss dem Grauen Bund beitrat. Unter der Herrschaft der Trivulzio führte das Volk ein ziemlich gutes Leben. Dennoch begehrte die Bevölkerung aus dem Misox und Calancatal mit der Zeit gegen die Herrschaft der Trivulzio auf und forderte vollkommene Willens- und Handlungsfreiheit.

Nach nervenaufreibenden und schwierigen Verhandlungen kam es schliesslich am 2. Oktober 1549 in Mendrisio zur Unterzeichnung des Abkommens, das dem Misox die volle Freiheit zusprach. Von jenem Tag an ist die Geschichte des Misox untrennbar mit der der Drei Bünde (Graubünden) verbunden.

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