Die Region Moesano

Calancatal

Calancatal

Das Calancatal ist ein besonders reizvolles Tal in Italienischbünden; seine Einzigartigkeit zeigt sich in einer noch fast unberührten Natur und seiner aussergewöhnlich authentischen Kulturlandschaft.

Entdecken Sie dieses einzigartige Juwel mit seiner erstaunlichen Fülle an Kunstschätzen und faszinierenden kulturellen Vergangenheit, vom mediterran anmutenden Taleingang in Grono zu den entlegensten alpinen Dörfern.

Das Calancatal ist das unbestrittene Königreich des Wildwasserflusses Calancasca. Schäumende Sromschnellen und die zahllosen Wasserfälle aus kleinen  Zuflüssen verleihen der Calanca einen ganz besonderen Reiz.

Ein lauschiges Tal, das jährlich eine Schar von Besuchern in seinen Bann zieht. Besonders charakteristisch sind die Ortschaften Braggio und Landarenca, zwei wunderschöne und autofreie Bergdörfer, die auf Terrassen hoch über dem Calancatal liegen und mit dem Talgrund über eine Seilbahn verbunden sind. Das Calancatal ist nicht nur reich an Geschichte und Kunst, wie zahllose Kapellen und Kirchen belegen, sondern besticht auch mit einer derartigen Pflanzenvielfalt, dass der Naturforscher Steiger diese in über  zehn Familien sowie Hunderte Gattungen und Arten einheimischer Pflanzen ordnen konnte.

Das Calancatal, Geschichtliches

Die Geschichte des Calancatals ist seit jeher eng mit der Bevölkerung im Norden des San Bernardino-Passes und der Seenregion im Süden verbunden. Die Anwesenheit des Menschen in prähistorischen Zeiten wird durch die Entdeckung steinzeitlicher Siedlungen in Castaneda dokumentiert. Im letzten Jahrzehnt v.Chr. wurde das Misox und Calancatal dem Römischen Reich angeschlossen. Die Bedeutung des San Bernardino-Passes nahm ab dem 4. Jh. n. Chr. zu, als die Verteidigung der römischen Zentren vor alemannischen Überfällen einen Vorposten im Herzen der Alpen erforderte. Im 12. Jahrhundert gelangte das Calancatal in die Hände der Herren von Sax. Diese beherrschten das Tal bis 1481, als Giovanni Pietro De Sacco das gesamte Gebiet an den Mailänder Heerführer Gian Giacomo Trivulzio verkaufte, der freundschaftliche Beziehungen zum Grauen Bund unterhielt. Unter der Herrschaft Trivulzios bemühten sich die Menschen des Misox und Calancatals um ihre eigene Denk- und Handlungsfreiheit. Am 2. Oktober 1549 wurde der Vertrag in Mendrisio unterzeichnet, wodurch die beiden Täler ihre volle Unabhängigkeit erlangten. Die grosse Autonomie der Bevölkerung während der Feudalzeit, die Nähe zu anderen Verwaltungsformen, die dank des Handelsaustauschs bekannt wurden, und die Erfahrungen, die während den häufigen Auswanderungswellen gesammelt wurden, führten zur Entwicklung einer besonderen kulturellen Identität in der Region. Grob gesagt, können wir sie als eine vom Norden Graubündens beeinflusste Identität definieren, die jedoch kulturell und sprachlich mit dem lombardischen Gebiet verbunden ist.

Im Jahr 1803 wurde das Calancatal mit dem übrigen Kanton Teil der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Die ersten Jahre der kantonalen Geschichte waren geprägt von der Suche nach politischer und administrativer Stabilität. Wichtige Diskussionen wurden geführt, welche in relevanten Fällen die Vertretung des Moesano garantieren sollten. Die Kantonalisierung brachte der einheimischen Bevölkerung Gewinn und Beziehungen. Alte Interessenverbände blieben auf Familien-, später auf Gemeindeebenen bestehen. Der wirkliche Wendepunkt erfolgte 1818 mit der Konvention zwischen dem Königreich von Sardinien und dem Kanton Graubünden für den Bau der Handelsstrasse von San Bernardino.

Die jüngste Geschichte ist wiederum mit dieser Transitstrecke, genauer gesagt mit der Eröffnung des San Bernardino Autobahntunnels (1. Dezember 1967) verbunden.

In den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts sowie zu Beginn unseres Jahrhunderts wurde vorwiegend nach neuen Verwaltungsstrukturen gesucht; dies führte zur Zusammenlegung einzelner Dörfer zur Gemeinde Calanca.

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